Im Dezember 2009 führten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration gGmbH (gfi) -übrigens der Träger der Schulsozialarbeit an der Schiller-VS - an unserer Schule zwei wichtige Projekte durch, die sich im Rahmen der Berufsorientierung einerseits an Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe und andererseits an die Eltern unserer Schüler in den Abschlussklassen wandten.

1) Job-Parcours für die Klasse 9M

Die Unterstützungsstrukturen für Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Ausbildungsplatzsuche sind begrenzt. Auch die Berufsfindung bedarf größtmöglicher Unterstützung. Die Schulen können nur einen Teil der Berufsfindung und Bewerbungsarbeit mit den Jugendlichen übernehmen. So entstand in enger Zusammenarbeit mit der Schillerschule die Idee, einen Job-Parcours durchzuführen.

Im Rahmen eines Jobparcours sollten Schüler der Klasse 9M in Form von praktischen Übungen eigene Stärken und Fähigkeiten kennenlernen. Weiterhin sollten die Jugendlichen auf die bevorstehenden Aufgaben bei der Berufsfindung und der Stellensuche bis zum Bewerbungsprozess vorbereitet werden. Der Job-Parcours kann als einzige Maßnahme auf keinen Fall erfolgreich sein. Jedoch kann er in einem Maßnahmenpaket, zu dem die Begleitung der Schüler im Unterricht durch die Schulsozialarbeiterin und weitere Hilfsinstitutionen gehören, ein gutes Hilfsmittel darstellen, um einen erfolgreichen Übergang in das Erwerbsleben nach Beendigung der Schulzeit sicherzustellen. Nur wenn die erzielten Ergebnisse und Erfahrungen im weiteren Verlauf wieder aufgegriffen und nachgearbeitet werden, kann dieses Projekt beim Übergang in eine erfolgversprechende Ausbildung hilfreich wirken.

Beim Parcours am Montag, dem 14.12.2009 durchliefen die Schüler in drei zuvor gebildeten Kleingruppen verschiedene Stationen. An jeder Station erwartete sie Fachpersonal mit unterschiedlichen Übungen, Rollenspielen und Informationen bezüglich der Thematik Ausbildung, Beruf, Bewerbung und Vorstellungsgespräch. Die Schüler konnten so an einem Vormittag eigene Interessen und Neigungen entdecken, mehr über die gewünschten Ausbildungsplätze und den Weg dorthin erfahren sowie Kenntnisse und Wissenswertes über das Vorstellungsgespräch, die Bewerbung und das richtige Telefonieren sammeln.

Beim Job-Parcours, der von 7:45 Uhr bis 13:00 Uhr dauerte, durchliefen die Schüler drei Stationen mit einer Dauer von je 90 Minuten.

1 "Interessen und Stärken entdecken"

Selbst- und Fremdeinschätzung
Interessensabfrage
Eigene Fähigkeiten entdecken
Welcher Beruf passt zu mir?

"Zukunftsperspektiven "

Stellensuche und Internetrecherche: Wo finde ich Informationen über den gewünschten Beruf? (Medien der Arbeitsagentur wie "BERUFENET" oder "Beruf aktuell")
Welche Stellen sind aktuell offen, wo finde ich offene Stellen? (Jobbörsen usw.)
Sinnvoll überbrücken: Informationen über BVJ, BvB, EQ, Berufsschulen, Anmeldungen, Bewerbungsfristen, M-Zug, Wirtschaftsschulen ...

2 "Personalchef"

Bewerbungen richtig gestalten, Bewerbungen bewerten und verbessern, eigene Stärken und Fähigkeiten gekonnt formulieren, Online- Bewerbung ...

"Vorstellungsgespräch"

Übungen und Rollenspiele zum Vorstellungsgespräch

3 "Imageberatung"

Tipps und Tricks für Kleidung, Aussehen beim persönlichen Kontakt mit potentiellen
Ausbildungsbetrieben.
"Knigge vor dem und im Berufsleben"
In den Nachbesprechungen mit der Schulsozialarbeiterin an der Schillerschule konnten Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Projekt für die Berufswahl nutzbar gemacht werden.
Auch im weiteren Berufsfindungsprozess können die Erfahrungen und Erkenntnisse der Schüler in diesem Projekt sinnvoll eingesetzt werden.

Mit den Teilnehmern konnten in den Workshops folgende Ergebnisse erzielt werden:

Die Schüler haben eigene Stärken und Fähigkeiten kennen gelernt. Weiterhin wurden erste Denkanstösse zur weiteren Berufswahl gegeben.
Die Schüler lernten unterschiedliche Hilfsmittel zur Berufswahl und Stellenrecherche kennen (Zeitung, Internet etc.).
Die Schüler wurden über weitere Möglichkeiten wie Fachschulen, weiterführende Schulen und sinnvolle Überbrückungsmöglichkeiten informiert.
Bewerbungsschreiben wurden verbessert und auf besondere "Fallstricke" im Bewerbungsverfahren wurde hingewiesen, was die Erfolgsquote bei zukünftigen Bewerbungen steigert.
Erste Erfahrungen durch die Übung von Bewerbungsgesprächen konnten gemacht werden, wodurch die Wahrscheinlichkei t erfolgreicher Bewerbungsgespräche erhöht wurde.
Ein positives Erscheinungsbild und Auftreten im persönlichen Kontakt mit Ausbildungsbetrieben vergrößert die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Bewerbungsverfahrens.

Fazit:
Eine frühzeitige Sensibilisierung der Jugendlichen auf die anstehende Berufsorientierungs- und Bewerbungsphase konnte durch das beschriebene Projekt in einem anderen Rahmen als der üblichen Unterrichtsstruktur Impulse setzen, die einen erfolgreichen Übergang in die Ausbildung ermöglichen. Auch eventuellen Ausbildungsabbrüchen konnte durch das Projekt Job-Parcours entgegengewirkt werden.

2) Eltern aktiv
Bewerbungstraining und Berufskunde für Eltern

Die Unterstützungsstrukturen für Schülerinnen und Schüler auf Ausbildungsplatzsuche sind begrenzt. Auch die Berufsfindung bedarf größerer Unterstützung. Die Schulen können nur einen Teil der Berufsfindung und Bewerbungsarbeit mit den Jugendlichen übernehmen. Um einen Ausbildungsplatz zu finden, ist Motivation und Ausdauer gefragt und man sollte seine Stärken und Schwächen einschätzen können. Daher ist es wichtig, dass der Jugendliche auf eine Art "Bewerbungsnetzwerk" zurückgreifen kann. Hier spielen die Eltern eine wichtige Rolle. Wenn auch sie in den Berufsfindungs- und Bewerbungsprozess integriert sind, besteht eine größere Chance für die Jugendliche oder den Jugendlichen, einen Ausbildungsplatz zu finden, der zum Bewerberprofil passt, und diesen dann auch zu behalten. Es müssen alle am Berufsfindungsprozess Beteiligten an einem Strang ziehen.

Das Projekt "Eltern aktiv" hatte zum Ziel, Eltern von Schülerinnen und Schülern der 7. bis 10. Jahrgangsstufe der Schillerschule mit gezieltem Berufskundeunterricht Methoden an die Hand zu geben, mit denen sie zum einen eine Einschätzung der Stärken, Schwächen und Fähigkeiten ihrer Kinder vornehmen können, um damit ihre realistischen Chancen in einem bestimmten Beruf einzuordnen. Zum anderen sollten sie detaillierte Informationen über die verschiedenen Berufe bekommen, um damit auch einzuschätzen, welcher Beruf für ihr Kind in Frage kommen kann. Das hilft den Jugendlichen bei ihrer Berufsfindung und der Wahl des richtigen Ausbildungsplatzes.
Das Bewerbungstraining sollte bewirken, dass Eltern ihre Kinder im Bewerbungsprozess unterstützen. Sie sollten die neuesten Standards für schriftliche Bewerbungen kennen lernen und Informationen erhalten, worauf bei Vorstellungsgesprächen zu achten ist. Damit werden die Eltern in den Bewerbungsprozess ihres Kindes mit einbezogen und können diesen dann auch aktiv verfolgen.

Das Projekt wurde an der Schillerschule der Schulleitung und den Lehrkräften durch die Schulsozialarbeit vorgestellt. Alle waren von diesem Projekt sehr angetan und sagten ihre Unterstützung zu.

Bei der Akquise der Eltern erhielt das bfz Unterstützung durch die Schulsozialarbeit, die Klassenlehrkräfte der 7., 8., 9. und 10. Jahrgangsstufe und durch die Schulleitung.
Der Berufskunde-Workshop fand am 03.12.09 von 18:30 bis 21: 15 Uhr statt. Es waren 10 Elternteile anwesend.

Inhalte:
1.1. Stärken- Schwächenanalyse 1.2. Berufsbilder
1.3. schulische Ausbildungen und Maßnahmen
1.4. Rechtliche Grundlagen
Der Bewerbungstraining-Workshop fand am 10.12.09 Uhr von 18:30 bis 21:15 Uhr in der Schillerschule statt. Es nahmen 11 Väter und Mütter teil. Insgesamt 6 Elternteile nahmen an beiden Workshops teil.
Inhalte:
1.1 Recherche
1.2 Telefonische Anfrage
1.3 Schriftliche Bewerbung
1.4 Online-Bewerbung
1.5 Vorstellungsgespräch

Es wurden zwei Powerpoint-Präsentationen erstellt mit vielen verweisenden Links. Die Eltern erhielten eine ausführliche Informationsmappe mit den Inhalten der Workshops und wichtigen Details zur Berufskunde und zum Bewerbungstraining.
Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Auch der Schulleiter der Schillerschule, Herr Breunig, war sehr zufrieden mit dem Feedback der Eltern.

Mit den Teilnehmern konnten mit den Workshops folgende Ergebnisse erzielt werden:
Die Eltern haben jetzt Methoden zur realistischen Einschätzung ihrer Kinder, die Berufswahl betreffend, zur Hand.
Die Eltern haben das mögliche Spektrum an Berufen für ihre Kinder kennengelernt und können nun gemeinsam mit ihren Kindern realitätsbezogene Berufe und Alternativen überlegen.

Fazit:
Die Einbindung der Eltern in den Berufswahl- und Bewerbungsprozess ist wichtig, um gemeinsam realistische Chancen für die Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt zu entwickeln. Ziehen alle am gleichen Strang, bewirkt das eine höhere Motivation zur Arbeitsaufnahme und dadurch eine Stabilisierung der folgenden Ausbildungs-/ Arbeitsverhältnisse.

G. Breunig

   
   
   
   
   
   
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