Ein Tag in der Gehörlosenschule

Am 20. Februar 2003 besuchte die Klasse 4b eine Klasse in der neuen Gehörlosenschule. Dort lernten die Kinder unter anderem das Fingeralphabet, so dass viele bereits nach einer kurzen Einführung durch die Lehrerin Frau Schwaiger ihren eigenen Namen buchstabieren konnten.

Damit die gehörlosen Kinder nicht wie die Zootiere bestaunt werden, wurde ein Projekt zum Thema "Gustav Klimt" durchgeführt.

Dabei bereiteten die Schüler der Klasse 4b in kleinen Gruppen Referate zu den Lebens- und Arbeitsabschnitten Gustav Klimts vor, die sie dann im gemeinsamen Sitzkreis am Projekttag vortrugen.
So erfuhren die kleinen Künstler, dass der Maler Klimt bereits mit 14 Jahren in eine Kunstgewerbeschule eingetreten war. Nachdem er dort oft nur historische Originale abmalen musste, eröffnete er bald nach Schulabschluss ein eigenes Atelier. Schon nach kurzer Zeit bekam er Auftragsarbeiten, etwa im Treppenhaus des Wiener Stadttheaters. Weltberühmt wurden sei ne Bilder aus der "goldenen Periode". Als Mensch war Gustav Klimt sehr schweigsam und oft auch brummig wie ein Bär.

Taub

Nach den kurzen Vorträgen wurde das Bild des Malers richtig lebendig und alle Kinder waren gespannt auf den künstlerischen Teil des Vormittages.
Beide Klassen hatten sich in gemischten Gruppen je ein Thema überlegt: manche malten den vergrößerten Lebensbaum von Gustav Klimt, andere wählten ein Frauenportrait. Als Material standen eine Papprolle, Holzplatten, Stoff und Papier zur Verfügung.

Die Ergebnisse dieser künstlerischen Gemeinschaftsarbeit waren beeindruckend, auch wenn einige Details noch vervollständigt werden mussten.
Insgesamt machten die Kinder der Klasse 4b prägende Erfahrungen: zusammen mit fremden Schülern ein Projekt zu gestalten, birgt unglaubliches Potential für jeden einzelnen. Doch erlebten sie auch eine Abgrenzung der anderen Art, als in der gemeinsamen Pause einige gehörlose Kinder anderer Klassen mit den Fingern auf sie zeigten und ihre Worte nur schwer zu verstehen waren.

Wie fühlt man sich, wenn alle anderen um einen herum eben anders sind - auch wenn man dafür die Perspektive wechseln muss?

So nahmen wir nach einem aufregenden Schultag nicht nur schöne Gemälde mit nach Hause, sondern auch leise Töne der Nachdenklichkeit, die das gegenseitige Verständnis intensivieren und Toleranz gegenüber jeglicher Andersartigkeit fördern.

D. Novak

   
   
   
   
   
   

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